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5 min readChapter 3Africa

Große Mythen & Taten

MYTHOLOGIE: Bastet: Die Katzengöttin
KAPITEL 3: Große Mythen & Taten

Einer der bedeutendsten Mythen, die Bastet betreffen, ist die Geschichte des Auges von Ra, die ihre kämpferische Schutznatur und ihre integrale Rolle im kosmischen Gleichgewicht veranschaulicht. In diesem Mythos entsandte Ra, der Sonnengott, sein Auge, das sich als mächtige Löwin manifestierte, um die Menschheit für ihre Ungehorsamkeit zu bestrafen. Dieser wilde Aspekt von Bastet betonte ihre Kriegerpersönlichkeit und stellte die zerstörerische Kraft der Sonne dar, wenn sie provoziert wird. Doch während sich die Geschichte entfaltet, wird ihre nährende Natur offensichtlich, als sie letztendlich beschließt, die Menschheit zu verschonen, was ihre Komplexität sowohl als Beschützerin als auch als furchtlose Kriegerin zeigt. Dieser Mythos dient als Erinnerung an die Konsequenzen menschlichen Handelns und verdeutlicht, dass göttlicher Zorn durch Mitgefühl gemildert werden kann.

Der Kampf gegen die Schlange Apophis, die Chaos und Unordnung symbolisierte, verdeutlicht weiter Bastets Rolle bei der Aufrechterhaltung der kosmischen Harmonie. In einigen Versionen des Mythos wird sie als furchtlose Löwin zusammen mit ihrem Bruder, dem Gott Horus, dargestellt, während sie Apophis im Unterwelt konfrontieren. Dieser Konflikt war entscheidend für die Sicherstellung der täglichen Reise der Sonne über den Himmel, und Bastets Beteiligung hob ihre Bedeutung im kosmischen Ordnung hervor. Andere Traditionen beschreiben sie als Hüterin des Sonnenpfades, wo ihr wilder Schutz die Kontinuität des Lebens auf der Erde sichert. Ihre Fähigkeit, sich von einer Löwin in eine Hauskatze zu verwandeln, symbolisiert ihre Anpassungsfähigkeit angesichts des Chaos und zeigt ihre Stärke als Beschützerin, während sie gleichzeitig ihre nährenden Eigenschaften betont. Diese Transformation spiegelt den alten Glauben an die Verbundenheit aller Wesen wider, wo Stärke mit Sanftheit koexistieren kann.

Die Geschichte von Sekhmet, einer furchtlosen Kriegergöttin, die oft mit Bastet assoziiert wird, beleuchtet ebenfalls ihre facettenreiche Natur. Laut Mythos wurde Sekhmet von Ra gesandt, um die Menschheit für ihre Sünden zu bestrafen, und entfesselte ihren Zorn auf der Erde. Als sie von Blutdurst verzehrt wurde, fürchteten die anderen Götter um das Überleben der Menschheit und entwickelten einen Plan, um sie zu retten. Sie täuschten Sekhmet, indem sie ihr eine Mischung aus Bier und Granatapfelsaft zu trinken gaben, was dazu führte, dass sie betrunken wurde und einschlief. Als sie erwachte, verwandelte sie sich in Bastet und verkörperte die sanfteren Aspekte der Weiblichkeit und Fürsorge. Diese Transformation hebt nicht nur die Beziehung zwischen diesen beiden Göttinnen hervor, sondern bedeutet auch das Gleichgewicht von Gewalt und Frieden innerhalb des ägyptischen Glaubenssystems. Der Mythos zeigt, dass selbst die zerstörerischsten Kräfte in Richtung Schöpfung und Heilung umgeleitet werden können, was die Bedeutung von Mäßigung und die zyklische Natur von Leben und Tod verstärkt.

Die Feste, die Bastet gewidmet waren, waren von Festlichkeit und Freude geprägt und feierten ihre schützenden und nährenden Eigenschaften. Das bemerkenswerteste davon, das Fest von Bubastis, zog Tausende von Gläubigen an, die zu ihrem Tempel in Bubastis reisten. Während dieses Festes beteiligten sich die Teilnehmer an Musik, Tanz und Festmahl und ehrten Bastet als die Göttin der Freude und Fülle. Rituale beinhalteten das Angebot von Speisen und Räucherwerk, was die Bedeutung ihrer Segnungen im täglichen Leben verstärkte. Diese Feier diente als Erinnerung an ihren nährenden Geist und brachte Gemeinschaften in einem gemeinsamen Ausdruck von Dankbarkeit und Ehrfurcht zusammen. Das Fest symbolisierte auch die zyklische Natur des Lebens, in der die Freude am Dasein mit der Anerkennung der göttlichen Kräfte, die es regieren, verwoben ist.

Wie im vorherigen Kapitel festgestellt, erlaubte Bastets duale Natur als sowohl furchtlose Kriegerin als auch nährende Göttin, dass sie mit verschiedenen Aspekten des ägyptischen Lebens in Resonanz trat. Die Geschichten ihrer Taten und die Feste zu ihren Ehren entwickelten sich weiter und spiegelten die sich verändernden Werte der ägyptischen Gesellschaft wider. Ihre Rolle als Beschützerin des Heims und der Familie wurde zunehmend bedeutender und integrierte sie in das Gewebe des täglichen Lebens. Die Ehrfurcht vor Bastet als Hausgöttin hebt das Verständnis der alten Ägypter für das Heim als heiligen Raum hervor, in dem der Schutz und die Fürsorge der Familie von größter Bedeutung waren.

Die Mythen rund um Bastet heben nicht nur ihre Stärke und schützende Natur hervor, sondern betonen auch die Beziehung zwischen Leben und Tod, Chaos und Ordnung. Als eine Göttin, die diese Bereiche überbrückt, wurde sie zu einer wichtigen Figur im ägyptischen Pantheon und verkörperte die Komplexität des Daseins. Ihre Geschichten dienten sowohl als warnende Erzählungen als auch als Feiern des Lebens und erinnerten die Ägypter an das Gleichgewicht, das sie in ihrem eigenen Leben aufrechterhalten mussten. Die strukturellen Muster ihrer Mythen verbinden sich mit breiteren mythologischen Themen, die in alten Kulturen zu finden sind, wo Gottheiten sowohl Schöpfung als auch Zerstörung verkörpern und die facettenreiche Natur des Universums widerspiegeln.

Im folgenden Kapitel werden wir die Konflikte und Veränderungen untersuchen, die Bastet während ihrer Verehrung erlebte, einschließlich ihrer Beziehung zu Sekhmet und der kulturellen Verschiebungen, die ihre Verehrung beeinflussten. Diese Dynamiken prägten ihre Rolle im Pantheon und die sich entwickelnden Wahrnehmungen ihres Charakters und offenbarten, wie die alten Ägypter die Komplexität ihrer Überzeugungen und die göttlichen Einflüsse, die ihre Welt prägten, navigierten.